Systembetrachtung

 

Infoserie: Hydraulischer Abgleich – Denken im System

  • Teil 2: Die Heizungsumwälzpumpe

… ist oft überdimensioniert und verbraucht unnötig viel Energie !

 

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Interne Pumpe: In Brennwertgeräten (Wandgeräten) ist die (Rest)Förderhöhe (3m +/- x) der Pumpen oft viel zu hoch (es wird nur ein Pumpentyp für einen großen Leistungsbereich des Wärmeerzeugers verwendet). Dies hat einen unnötig hohen Energieverbrauch, Strömungsgeräusche und eine schlechte Regelcharakteristik am Thermostatventil zur Folge. Die Pumpe darf aber nicht getauscht werden wegen den hohen hydraulischen Widerständen, dem notwendigen Zwangsumlauf und der Gewährleistung im Schadensfall !

Einzige Lösung, um den Differenzdruck in der Anlage deutlich zu senken: Einen einstellbaren Differenzdruckregler einbauen !  

Generell gilt: Größere Temperaturspreizungen (Brennwertnutzen!) erfordern geringere Pumpenleistungen und sparen somit Energie !

Übrigens: Nach der EnEV sind geregelte Pumpen ab 25 KW vorgeschrieben. Dies entspricht, abhängig von der Wohnungsgröße und der Wärmedämmung einem Mehrfamilienhaus.

 

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Welche Regelungsart der Pumpe eingesetzt werden sollte, richtet sich nach den Eigenschaften des Rohrnetzes. Pumpen mit konstantem Differenzdruck werden eingesetzt, wenn der Widerstand der Rohrleitungen klein ist im Vergleich zum Widerstand der Thermostatventile, z.B. bei großzügig dimensionierten Zweirohrnetzen oder umgebauten Einrohranlagen. Pumpen mit variablem Differenzdruck werden eingesetzt, wenn der Widerstand der Rohrleitungen ähnlich groß ist wie der Widerstand der Thermostatventile (knapp dimensionierte Zweirohranlagen, Fußbodenheizungen)

Bitte NICHT einfach die Förderhöhe der Pumpe erhöhen, wenn ein Heizkörper nicht die gewünschte Leistung bringt.

  • Erstens rauscht es dann wahrscheinlich irgendwo anders an einem Heizköper
  • Zweitens erhöht sich die Wärmeabgabe durch einen größeren Volumenstrom nur gering (siehe Heizkörperleistungsdiagramm).
  • Drittens werden die Regeleigenschaften der Thermostatventile verschlechtert.

Bitte den hydraulischen Abgleich durchführen ! Danach kann man die Pumpenförderhöhe oft nochmals reduzieren.

An dieser Stelle eine kleine Beispielrechnung bzgl. der Amortisationszeiten:

Sie sehen sehr schnell, wie sinnvoll die Anlagenoptimierung ist. Kommen noch die aktuellen Fördermaßnahmen hinzu, dann betragen die Amortisationszeiten keine 5 Jahre. Schauen Sie sich auch einmal die Ergebnisse aus dem HAPT Feldversuch an. Die Praxis bestätigt meine Aussagen!  

Wichtig: Lassen Sie immer beide Maßnahmen durchführen: Den hydraulischen Abgleich und den Tausch der Pumpe. Es ist gut angelegtes Geld !

Weitere Informationen zur Heizungspumpe finden Sie hier.

Fazit: Alte Pumpen sind Strom(Energie)fresser und gehören durch Pumpen neuester Technologie ersetzt. Die reduzierten Pumpenförderhöhen und die Begrenzung des Massenstromes am Thermostatventil sind die Voraussetzung für eine Optimierung der Heizungsanlage im Betrieb.

Millionen von Heizungsanlagen arbeiten mit Pumpen, die für die Anlage entweder zu groß sind oder auf eine zu hohe Förderhöhe eingestellt sind (mehrstufige Pumpen). Da ich kein Pumpenspezialist bin, komme ich gleich zu den Maßnahmen, die in die Praxis umgesetzt werden sollten.
Im Folgenden unterscheide ich zwischen einer externen und einer internen Pumpe

Externe Pumpe: In der Regel sollte die alte, überdimensionierte  Pumpe durch eine neue, richtig dimensionierte Pumpe ersetzt werden. Bitte mindestens eine geregelte Pumpe mit mehrstufiger Ausführung einbauen.
Viel besser: Eine geregelte Hocheffizienzpumpe (Vorschrift >25KW) mit dp konstant oder dp variabel einsetzen. Der Vorteil: Die Drehzahlanpassung im Teillastbereich spart Energie. Auch hier sollte unbedingt eine Überdimensionierung vermieden werden (schlechter Wirkungsgrad im Teillastbereich, höhere Leistungsaufnahme der Regelung).