Ablauf der Berechnung für 2-Rohranlagen und Fußbodenheizungen im Bestand nach Verfahren A

Voreinstellwerte für Heizkörper und Heizregister überschlägig berechnen

Diese beiden "Einstiegslösungen" für den hydraulischen Abgleich sind schnell beschrieben. Deshalb habe ich die Vorgehensweise auch in einem Kapitel dokumentiert. Nach dem Motto "besser als gar nichts" kann dieses Verfahren A, oder besser können diese beiden Verfahren A für einen Vorabgleich verwendet werden.

Sind Sie sich aber immer bewusst, dass die daraus resultierenden Berechnungsergebnisse nicht sonderlich genau sind. Ich kann nur immer wieder betonen, das qualitativ viel bessere Verfahren B / B+ anzuwenden

  • Verfahren A bei Heizkörpern: Über den Heizkörpertyp und dessen Baumaße wird bei einer angenommen Spreizung (z.B. 70/55/20°C) der erforderliche Massenstrom ermittelt.

  • Verfahren A bei Heizregistern am Verteiler: Über die Heizlast (z.B nach Baualtersklasse des Gebäudes) der Heizkreisfläche (Register/Kreis) und einer angenommenen Spreizung (z.B. 5-8K) wird die Wassermenge (l/min oder l/h) je Register/Kreis ermittelt.

Zu den Formeln geht es hier. Anschließend können die ermittelten Volumenströme addiert werden.

Für den minimal notwendigen Differenzdruck der Pumpe / des Differenzdruckreglers kann folgender Ansatz gewählt werden:

  • Heizkörper: 50 mbar für das (druckabhängige) Thermostatventil + 50 mbar für das Rohrnetz. Mit der (äußeren) Ventilautorität von 0,5 ergibt sich eine notwendige Förderhöhe der Pumpe / des Differenzdruckreglers von 100 mbar als Einstellwert. Wird ein druckunabhängiges Thermostatventil installiert, ergibt sich ein min. notwendiger Differenzdruck von 100 bar + 50 mbar für das Rohrnetz = 150 mbar.
  • Heizregister: Mit der Annahme eines Druckverlustes von 1,5 mbar/m errechnet sich der Druckverlust des Heizregisters (z.B. Länge Register ca. 100 m x 1,5 mbar/m = 150 mbar). Zum Einstellwert ist der Druckverlust der Leitung zum Verteiler mit 1 mbar/m zu addieren. 

Bitte wählen Sie bei der Einstellung der Pumpe vorzugsweise die Variante dp = Konstant

Welche Vor- bzw. Nachteile hat das Verfahren A ?

Die Vor-/Nachteile bei Anlagen mit Heizkörpern:

  • Vorteil: Schnelle Lösung, die man bei älteren Bestandsanlagen mit Heizwertgeräten (Niedertemperatur) schon mal anwenden kann.
  • Nachteil: Der/die Heizkörper wurde(n) oft nach "Nieschengröße" dimensioniert. Stellt man die reale (raumweise) Heizlast gegenüber, ergeben sich oft immense Unterschiede bei den berechneten Massenströmen / ermittelten Voreinstellwerten. Ein Anpassung der Heizkurve nach Berechnung ist nicht möglich.

Die Vor-/Nachteile bei Anlagen mit Fußbodenheizung:

  • Vorteil: Schnelle Lösung, ich sehe unter dem Aspekt Aufwand/Nutzen (gleich Verfahren B anwenden) wenig Sinn mit dem ...
  • Nachteil: Durch die Annahme einer festen Spreizung kann es bei geringen Heizlasten zu einer Unterversorgung kommen. Desweiteren kann die Heizkurve nicht optimiert/berechnet werden.

Geeignete Berechnungstools: Installer APP oder DanBasic 6