EnSimiMaV ?

Mittelfrist-energie-versorgungs-sicherungs-maßnahmen-verordnung

... so kann man es besser lesen :-)

Gleich vorab: Da steckt ein richtig hohes (Nachplanungs)niveau dahinter - Hut ab - eine riesige Herausforderung für die Branche! Den Plan dafür gibt es (der Leitfaden, der funktioniert auch oder gerade bei diesen Anlagen) und die Strategie mit Begründung finden Sie hier auf 2 Seiten.

Hier finden Sie die für mein Thema die wichtigen Punkte als Auszug aus dem Entwurf der Verordnung der Bundesregierung EnSimiMaV (Stand 25.08.22):

Verpflichtender Hydraulischer Abgleich (ab 01.10.22): Eigentümer großer Gebäuden mit zentraler Wärmeversorgung auf Erdgasbasis müssen laut dem Verordnungsentwurf einen Hydraulischen Abgleich vornehmen, sofern ein solcher bislang nicht durchgeführt wurde. Dies gilt für Firmen und öffentliche Gebäude (ab 1000 m2, bis zum 30. September 2023) sowie für große Wohngebäude über zehn Wohneinheiten (bis zum 30. September 2023) und ab sechs Wohneinheiten bis zum 15. September 2024.

Die Durchführung des Hydraulischen Abgleichs soll mindestens folgende Planungs- und Umsetzungsleistungen beinhalten:

  • eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831:2017-09 in Verbindung mit DIN/TS 12831-1 : 2020-4,
  • eine Prüfung und nötigenfalls eine Optimierung der Heizflächen im Hinblick auf eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur,
  • die Durchführung eines Hydraulischen Abgleichs unter Berücksichtigung aller wesentlichen Komponenten des Heizungssystems und
  • die Anpassung der Vorlauftemperaturregelung.

Zudem sieht der Verordnungsentwurf vor:

„Die Bestätigung des Hydraulischen Abgleichs ist einschließlich aller relevanten Einstellungswerte, der Heizlast des Gebäudes, der eingestellten Leistung der Wärmeerzeuger und der raumweisen Heizlastberechnung, der Auslegungstemperatur, der Einstellung der Regelung und den Drücken im Ausdehnungsgefäß in Textform festzuhalten und dem Gebäudeeigentümer zur Verfügung zu stellen.

Der Hydraulische Abgleich ist nach Maßgabe des Verfahrens B nach der ZVSHK-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“, VdZ – Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V., 1. aktualisierte Neuauflage April 2022, Ziffer 4.2, durchzuführen.“

Die aktuelle Info vom TGA-Fachplaner (25.08.22) und der SBZ (20.09.22)

Hier geht es zum Entwurf des BMWK.

Kommentar

Das Problem: Die zu erbringende Dienstleistung (vereinfachte raumweise Heizlastberechnung, Aufnahme der Heizflächen (in der Regel Heizkörper), Optimierung/Reduzierung der Vorlauftemperatur, Ermittlung der Voreinstellwerte unter Berücksichtigung des Wärmeerzeugers (Brennwertnutzen durch niedrige Rücklauftemperatur/hohe Spreizung) gemäß Verfahren B – VdZ-Formular - erfordert Zeit, Fachwissen und geeignete Software zur Nachrechnung/Nachplanung von mind. 1,5 Mio. (WG ab 6 WE)

  • Zeit: Wenn diese Dienstleistung fachmännisch erbracht werden soll, benötigen Sie allein mit einer professionellen CAD-Software inkl. Anwender vor dem Rechner und den notwendigen Kenndaten mind. einen Manntag pro Objekt. Nicht umsetzbar!
  • Fachwissen: Die Umsetzung dieser Systemoptimierung erfordert intensive Schulungen, die in dieser Zeit nicht geleistet werden können.
  • Software: Die angesprochenen Zielgruppen verfügen nicht über die für diese Gebäudegröße/-typen erforderliche Software.

Die Lösung: Lesen Sie hier

Es grüßt mit voller Unterstützung der Kampagne "Energiewechsel"

Bernd Scheithauer