Abgleich Schritt 2

Thermostatventile mit Voreinstellung (Danfoss) einbauen / nachrüsten und voreinstellen

Das Ziel:

  • Gewünschter Massenstrom* an jedem Heizkörper im Auslegungsfall
  • Gleichmäßige Massenstromverteilung in Aufheizphasen
  • Gute Regeleigenschaften des Thermostatventils

* ermittelt nach Verfahren A oder B (ohne/mit raumweiser Heizlast)


Nachdem Sie in Schritt 1 die Basis für die weitere Vorgehensweise gelegt haben, wird nun die Voreinstellung am Thermostatventil ermittelt. Bitte NICHT den Abgleich an der Rücklaufverschraubung vornehmen, da

  • Die Verschraubungen viel zu große Toleranzen haben
  • Die Einstellwerte für die Praxis viel zu ungenau sind
  • Der Einstellwert nicht schnell ersichtlich bzw. nicht reproduzierbar ist.

Wie es geht zeigt folgende Grafik (Ventilgehäuse Danfoss RA-N):

a
Bild 01

 
Für das Thermostatventil wird der Einstellwert ermittelt und einfach an der Einstellkrone des Thermostatventils eingestellt.

Und schon geht es weiter mit der Ermittlung des Einstellwertes. Folgend wieder eine Grafik:
a
Bild 02

Als „Standard“ zur Durchführung des hydraulischen Abgleichs wird die Annahme getroffen, das 50 mbar über dem Thermostatventil anliegen sollen. Somit erreicht man auf der Basis von 100 mbar in einer Anlage oder eines Anlagenabschnittes eine mittlere Ventilautorität von 0,5.

Anmerkung: Ich wähle diese „mittlere“ Ventilautorität von 0,5 (Literaturwerte 0,3 … 0,7) deshalb, weil in der Praxis unterschiedliche Überdimensionierungsfaktoren der Heizkörper vorliegen. Weit entfernte Heizkörper werden zwar etwas zu viel gedrosselt (eine Ventilautorität von 0,3 würde reichen), dafür haben pumpennahe Heizkörper ein besseres Regelverhalten (größerer xp-Bereich).

Beispiel (Annahme: Heizköperleistung = Heizast des Raumes): Für einen Stahlradiator 160/600/800, TV/TR=70/55, 1014 W, Thermostatventil Danfoss RA-N 15 mit Fühler RA 2000, xp=1K, dp Ventil = 50 mbar ergibt sich eine Voreinstellung von 4,5

Möchten Sie eine genauere Auslegung, so sehen Sie sich bitte eine weitere Grafik an:

a
Bild 03

Hier wird das Heizungsnetz in Zonen bzw. Bereiche eingeteilt. Der entfernteste Bereich (grün 1) wird mit Differenzdruck von 30 mbar gerechnet, der mittlere Bereich (gelb 2) mit 50 mbar und der pumpen- oder differenzdruckreglernahe Bereich (rot 3) mit 70 mbar. Beispielhaft * ergeben sich folgende Werte:

  • Annahme dp Ventil = 30 mbar  -> Voreinstellung 6,0
  • Annahme dp Ventil = 50 mbar  -> Voreinstellung 4,5
  • Annahme dp Ventil = 70 mbar  -> Voreinstellung 4,0

* HK Stahlradiator 160/600/800, TV/TR=70/55, 1014 W, Thermostatventil Danfoss RA-N 15 mit Fühler RA 2000, xp=1K

Die Methode ist sinnvoll bei einer einheitlichen Heizkörperauslegung. Aber natürlich aufwändiger und dementsprechend zeitintensiver. Wer unterteilt das Netz, wo sind die Übergänge der einzelnen Netzabschnitte?  Entscheiden Sie selbst.

Wichtig ist noch zu sagen, dass natürlich alle Werte „relativ“ sind, sprich die Ermittlung der Voreinstellwerte über vorgegebene Ventilautoritäten jederzeit auf andere Differenzdrucksollwerte der Anlage oder des Anlagenabschnittes übertragbar sind. Dies ist ein Beispiel, dass m.E. aber für unzählige Anlagen anwendbar ist.

Mein Tipp: Schauen sie sich die Anlagenbeispiele an: Dort finden Sie einige Musteranlagen und gängige Kombinationen von Anlagenkomponenten.
  

Wichtig  - Sie brauchen Werkzeuge für die Praxis !!!

Nun noch ein kurzer, aber entscheidender Blick zu den Werkzeugen die Sie benötigen, um die Voreinstellwerte zu ermitteln (siehe Downloadbereich)


Vergrößern für die Details

Entweder eine Datenscheibe, die auch eine „Vorort-Einstellung“ ermöglicht, eine APP (installer APP) inkl. Projektverwaltung oder über eine Armaturenauslegung wie DanBasic V, die Ihnen eine große Zahl von Varianten bei der Auslegung ermöglicht und trotzdem einfach und schnell zu bedienen ist.

Zusammenfassung:

  • Abgleich Basic: Annahme Differenzdruck über dem Ventil von 50 mbar (Ventilautorität 0,5)
  • Abgleich Professional: Annahme des Differenzdruckes über dem Ventil von 30 – 70 mbar (auch % relativ, Ventilautorität 0,3 … 0,7) in Abhängigkeit zur Entfernung des Ventils zum Bezugspunkt (Regler oder Pumpe)

Das war der zweite Schritt, und der dritte folgt sogleich … (zu Schritt 3 - Nur dann und dort heizen, wenn es notwendig ist)
 

Themenspezial

Hocheffizienzpumpen

Neben Öl oder Gas verbraucht eine Heizung Strom für die Pumpe, die den Heizkreislauf in Gang hält. Alte Pumpen sind oft Stromfresser und zählen zum alten Eisen.

Dass sich der Austausch alter, ineffizienter Heizungspumpen lohnt, hat sich unter Hausbesitzern inzwischen herumgesprochen. Herkömmliche Umwälzpumpen verbrauchen zwischen 40 und 100 Watt Strom. Bei einer Hocheffizienzpumpe sind es nur 6 bis 20 Watt. Optional ist bei kleineren Anlagen ein hydraulischen Abgleich ohne großen Aufwand möglich!

Machen Sie mit und sparen auch Sie bis zu 80 % Antriebsenergie!

Weiterlesen