Was kostet ein hydraulischer Abgleich?
Es ändert sich etwas. Endverbraucher informieren sich und merken, dass sich durch einen hydraulischen Abgleich nicht nur Energie, sondern sogar Geld sparen lässt!
Aber wer ernten will muss vorher säen, oder in diesem Fall investieren. Deshalb erreichen mich immer mehr Fragen zu den entstehenden Kosten für die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs.
Hier gilt es, zunächst 2 ganz entscheidende Parameter zu beachten:
- Unterscheiden Sie bitte zwischen einer notwendigen Nachrüstung oder dem Ersatz von Komponenten (Thermostatventile mit Voreinstellung, Differenzdruckregler) und der Dienstleistung der Berechnung!
- Wie umfangreich (und entsprechend wie genau) soll die Berechnung sein?
Zu Punkt 1: Das Vorhandensein der geeigneten Armaturen ist die Voraussetzung für den nächsten Schritt der Berechnung und der Voreinstellung am Ventil. Dieser Kostenfaktor (Austausch) kann nur vor Ort geklärt werden. Können z.B vorhandene Ventilgehäuse im Rohrnetz verbleiben und nur die Ventileinsätze getauscht werden, so ist dies schnell durchgeführt: Anlage entleeren, Einsätze tauschen, Anlage wieder befüllen. Müssen aber z.B. die Ventilgehäuse gegen neue mit anderen Baumaßen getauscht werden, wird dies sicherlich wesentlich aufwändiger werden. Dies kann nur Ihr Fachmann vor Ort entscheiden.
Fakt ist aber, dass in Deutschland hundertausende von Thermostatventilen mit Voreinstellung eingebaut sind, aber nicht voreingestellt bzw. berechnet wurden. Somit ist bei vielen Anlagen nur eine Berechnung notwendig.
Zu Punkt 2: Für mich gibt es 3 Varianten, beispielhaft für eine Wohneinheit mit 6 bis 7 Heizkörpern.
- Variante 1 folgt der "20/80 Regel". Mit 20% Aufwand 80% Erfolg erzielen. Das geht mit einer Datenscheibe oder APP sehr schnell über die Größe der Heizfläche und ist der Einstieg in die Optimierung Ihrer Anlage. Der Fachmann kann vor Ort die Voreinstellwerte berechnen, einstellen und protokollieren. Dies dauert für eine Wohneinheit mit 6 bis 7 Heizkörpern nicht länger als 20 min. Wichtig: Er muss die "Rahmenbedingungen" prüfen, ob diese Methode möglich ist (z.B. Gebäudeisolation, Systemtemperaturen, Brennwertnutzung). In Summe sollte dies in 1,5 Stunden machbar sein, sodass Sie sich in einem Kostenrahmen zwischen 150 - 200 € bewegen (inkl. Fahrtkosten im Nahbereich), ohne ev. zu tauschende Armaturen - für diese Einstiegslösung.
- Varinate 2: Mit einer einfach zu bedienenden Software werden die individuellen Parameter (Systemtemperatur, Auslegungsdifferenzdruck, xp 1 oder 2K) genau erfasst und für die Anlage die neue Heizkurve ermittelt. Es erfolgt mit dem Einbau einer neuen Hocheffizienzpumpe eine Druckoptimierung und somit eine Verbesserung der Regelungstechnik. Mehraufwand ca. 50 € in Summe 250 €
- Variante 3: Am Anfang der Berechnung steht eine raumweise Heizlastberechnung (mit praxisgerechten Näherungsverfahren). Damit schafft man die Voraussetzungen für eine möglichst genaue Berechnung. Aufwand mit DanBasic IV+ - ohne unnötige 3-D CAD Zeichnung! - für 6 bis 7 Räume zusätzlich max. 1 Stunde (30 min Erfassung der Raumdaten, 30 min Dateneingabe). Somit liegen Sie bei ca. 300 €
Mein Tipp: Sie können als Eigenleistung die Geometriedaten des Gebäudes bzw. der Räume selber erfassen.
Bitte sehen Sie meine "Kalkulation" als Richtwerte für kleinere Wohneinheiten bis 10WE, für die eine Erfassung des Rohrnetzes keinen praktischen Nutzen mit sich bringt. Größere Gebäude müssen immer individuell vom Fachmann bewertet und kalkuliert werden. Mir geht es in erster Linie darum, dass Sie als Endkunde auf Richtwerte zurückgreifen können. Angebote für 29,95€ sind kompletter Unsinn wie auch Angebote für z.B. 1200€ für ein Einfamilienhaus.
Ein seriöser Fachmann wird Sie sachlich beraten und Ihnen den Aufwand und den Kostenrahmen ausführlich erläutern.
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